| Begriff | Erklärung |
|---|---|
| ATI (Amylase-Trypsin-Inhibitoren) |
Pflanzliche Eiweiße, die im Getreide gemeinsam mit Glutenproteinen, vor allem in Weizen, vorkommen. Sie dienen der Pflanze als Schutz vor Schädlingen und Schimmel. Der ATI-Gehalt kann zwischen verschiedenen Getreidesorten variieren, und die individuelle Verträglichkeit ist unterschiedlich. Bei empfindlichen Personen können sie, unabhängig von einer Glutenunverträglichkeit, das angeborene Immunsystem aktivieren und dadurch bereits bestehende entzündliche Prozesse, z.B. bei Reizdarm, Autoimmun- oder chronisch-entzündlichen Erkrankungen, verstärken. |
| Autoimmunerkrankungen |
Erkrankungen, bei denen das Immunsystem fälschlicherweise körpereigenes Gewebe angreift und dadurch Entzündungen auslöst. Eine genetische Prädisposition und Umweltfaktoren (z. B. Ernährung, Infektionen) spielen eine Rolle. Je nachdem, welches Organ betroffen ist, entstehen unterschiedliche Krankheiten: Betroffene Organe & Beispiele: Darm – Colitis ulcerosa Gelenke – Rheumatoide Arthritis Schilddrüse – Hashimoto-Thyreoiditis Bauchspeicheldrüse – Typ-1-Diabetes Haut – Psoriasis Nervensystem – Multiple Sklerose Leber – Autoimmune Hepatitis Nieren – Glomerulonephritis Bindegewebe/Systemisch – Lupus erythematodes, Sklerodermie Blut – Autoimmunhämolytische Anämie Augen/Drüsen – Sjögren-Syndrom Dünndarm – Zöliakie Diese Prozesse können chronische Entzündungen im Körper aktivieren und dadurch langfristig Gewebe schädigen. |
| Entzündungen |
Natürliche Schutzreaktionen des Körpers, um Auslöser wie Infektionen, Reizungen oder Verletzungen zu bekämpfen. Akut: kurzzeitig, heilend, kontrolliert. Chronisch: dauerhaft aktiviertes Immunsystem, oft unbemerkt, mit langfristig schädlichen Folgen, die Ursache für viele Zivilisationskrankheiten sein kann. |
| FODMAP |
FODMAPs sind fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole – kurz: bestimmte kurzkettige Kohlenhydrate, die im Dünndarm nur teilweise oder gar nicht aufgenommen werden. Sie fördern u.a. eine gesunde Darmflora.
Bei empfindlichen Personen, insbesondere bei Reizdarm oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, können sie zum Beispiel Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung auslösen.
Vorkommen: Fruktose z. B. in Äpfeln, Birnen, Honig Laktose in Milchprodukten. Oligosaccharide z.B. in Weizen, Roggen, Zwiebeln, Knoblauch. Galaktane z.B. in Hülsenfrüchten, Bohnen, Linsen. Polyole beispielsweise in Sorbit, Mannit in bestimmten Früchten, Steinobst. Eine FODMAP-reduzierte Ernährung kann vor allem bei Reizdarm die Beschwerden deutlich lindern. Die Reduktion sollte mehrphasig, zeitlich begrenzt und individuell erfolgen, um Nährstoffmängel zu vermeiden. Ziel ist nicht die strikte Vermeidung auf Dauer, sondern das Finden von persönlich verträglichen Mengen. |
| Gluten |
ist ein Sammelbegriff für bestimmte Eiweiße, die vor allem in Weizen, aber auch in Roggen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Einkorn, Emmer, Triticale und Kamut vorkommen
– und somit in vielen Lebensmitteln wie Brot, Nudeln oder Bier enthalten sind. Gluten kann bei entsprechend empfindlichen Personen Entzündungen der Darmschleimhaut begünstigen. Eine entzündete Darmschleimhaut wiederum kann die Aufnahme von Nährstoffen und auch von Medikamenten verringern. Moderne Getreidesorten wie Weizen sind unter anderem ertragreich; ihre individuelle Verträglichkeit ist jedoch nicht bei allen gleich gut. Hafer ist von Natur aus glutenfrei. Bei der Ernte, Lagerung und der Verarbeitung kann es aber zu Verunreinigungen mit glutenhaltigen Getreidesorten kommen. Personen, die strikt glutenfrei essen müssen, sollten daher nur Hafer verwenden, der als "glutenfrei" gekennzeichnet ist. |
| Kuhmilch |
enthält Milchzucker (Laktose) und Milchproteine wie Kasein und Molkenproteine (Whey). Bei einer Laktoseintoleranz fehlt das Enzym Laktase oder ist nur reduziert aktiv. (Dieses Enzym spaltet den Milchzucker im Dünndarm.) Die Laktose gelangt daher unverdaut in den Dickdarm, wo sie von Darmbakterien abgebaut wird. Dabei können Beschwerden wie Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen, Durchfall oder auch Müdigkeit auftreten. Unabhängig von der Laktose können bei empfindlichen Personen auch Milchproteine das Immunsystem aktivieren. Das kann z.B. zu Entzündungen, Hautreaktionen, Darmbeschwerden oder Müdigkeit führen. |
| NZWS | "Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität" ist eine Unverträglichkeit gegenüber Bestandteilen von Weizen, die unterschiedlichste Symptome verursachen kann, z.B. Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Migräne, Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen, Stimmungsschwankungen, Verschlechterung bestehender Entzündungen oder Hautprobleme. Die Diagnose erfolgt erst, nachdem Zöliakie und Weizenallergie ausgeschlossen werden. |
| Raffinierter Zucker |
Industriell stark verarbeiteter Zucker ohne Nährstoffe, liefert „leere Kalorien“. Beispiele: Kristallzucker, Puderzucker, Glukose (Traubenzucker), Fruktose, Invertzuckersirup. Ein hoher Konsum kann die Leber belasten und die Darmflora negativ beeinflussen, was wiederum Entzündungsprozesse begünstigen kann. |
| Zöliakie |
Autoimmunerkrankung, bei der der Körper auf Gluten mit einer schwerwiegenden, chronischen Entzündung im Darm reagiert. Dadurch wird die Darmschleimhaut geschädigt, und Nährstoffe können schlechter aufgenommen werden. Symptome: z.B.: Therapie: Das bedeutet: max. 20 ppm Gluten (ppm = parts per million), bzw. max. 20 mg pro kg! Die Heilung dauert, denn das Immunsystem greift die Darmschleimhaut an - es reicht also nicht, einfach neue Zellen zu bilden. Auch tieferliegende Strukturen des Darms, wie die feinen Dünndarmzotten, müssen sich erst langsam regenerieren. |
| Zonulin |
Protein, das die Verbindungen zwischen Darmzellen lockert und die Darmbarriere durchlässiger macht. Erhöhter Zonulinspiegel => Hinweis auf „Leaky Gut“. ATI aus modernen Weizensorten können die Zonulinproduktion stimulieren. Der Zonulinspiegel kann im Blut gemessen werden, allerdings sind die Tests derzeit noch nicht standardisiert. |