Dauermedikamente – mögliche Nährstoffmängel & Ernährungstipps

 

Wichtig: Medikamente nicht eigenmächtig absetzen oder reduzieren.

Ziel ist es, den Körper zu unterstützen

 ✨ durch eine gezielte und grundsätzlich ausgewogene Ernährung

 ✨ und ggf. durch eine ärztlich abgestimmte Supplementierung

Wirkstoffbeispiele Mögliche Nährstoffmängel (u.a. abhängig von Dosierung, Einnahmedauer und individueller Situation)
Kortison Vitamin D, K, Calcium, Kalium, Magnesium, Zink
Protonenpumpenhemmer (PPI)
z.B. Pantoprazol, Omeprazol
Vitamin B12, Magnesium, Calcium, Eisen, Zink –
eine eingeschränkte Proteinverdauung kann auftreten
Metformin Vitamin B12, Folsäure, Magnesium
Cholesterinsenker
z.B. Simvastatin, Pravastatin, Atorvastatin
Coenzym Q10, Selen, Vitamin D, K2
Entwässernde Medikamente
z.B. Furosemid, Torasemid
durch erhöhte Harnausscheidung möglich: Vitamin B1, Kalium, Magnesium, Natrium, Zink
Orale Kontrazeptiva („Pille“) Vitamin B2, B6, B12, C, Folsäure, Magnesium, Zink, Selen
Antidepressiva
z.B. Citalopram, Sertralin
Vitamin B6, B12, D, Natrium, Magnesium
Antiepileptika
z.B. Carbamazepin, Valproat
Vitamin D, B2, B6, Calcium, Folsäure
Blutdruckmittel
z.B. Candesartan
Zink, Magnesium, Vitamin D, B12, Folsäure
Parkinsonmittel
z.B. L-Dopa
Vitamin B6, B12, C, D, Folsäure, Glutathion
Ibuprofen Folsäure, Vitamin B12, C, D, Glutathion, Eisen, Magnesium
Paracetamol Glutathion

Wichtig

  • Diese Risiken betreffen vor allem die Langzeiteinnahme nicht die Akuttherapie
  • Regelmäßige Blutkontrollen 
  • Nahrungsergänzungsmittel nicht eigenmächtig einnehmen!

Kurzer Ernährungsleitfaden nach Krankheitsbild


Krankheitsbild Empfehlungen Hinweise (Beispiele)
Nierenerkrankungen
  • Kalium-, Phosphat- und Kochsalzzufuhr entsprechend Laborwerten und Krankheitsstadium anpassen

  • Eiweißmenge individuell anpassen: Orientierung ca. 2/3 pflanzlich, 1/3 tierisch
    (bei Dialyse erhöhter Bedarf!)

  • Individuelle Trinkmenge beachten
  • Kaliumreiche LM bei Bedarf reduzieren: Gemüse- und Obstsäfte, Kartoffelfertigprodukte, Bananen, Spinat, Hülsenfrüchte, Nüsse, Avocados, grünes Blattgemüse, Tomaten, Trockenobst

    Phosphatzusätze möglichst vermeiden: stark verarbeitete Lebensmittel, Fertigprodukte, verarbeitetes Fleisch, bestimmte Milchprodukte (v. a. Schmelzkäse), Softdrinks

    Bei bestimmten Nierensteinen (z.B. Calciumoxalatsteinen) ggf. oxalsäurereiche Lebensmittel reduzieren:
    Spinat, Mangold, Rote Bete, Rhabarber, Weizenkleie, Süßkartoffeln, Mandeln
    Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) / Reizdarm Akutphase:
  • eher ballaststoffarme, leicht verdauliche Kost
  • ggf. laktosearm
  • auf einen erhöhten Eiweißbedarf achten


    Nach Schub / Remission:
  • medizinische Leitlinien empfehlen gemahlene Flohsamenschalen als pflanzliche Ballaststoffquelle zur Unterstützung der Remissionserhaltung bei Colitis ulcerosa (auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten!)

    Bei Reizdarmsyndrom FODMAP-Reduktion strukturiert und zeitlich begrenzt
  • Empfohlen sind z.B. Reis, Kartoffeln ohne Schale, Hafer (bei Bedarf glutenfrei), gedünstetes Gemüse, mildes Obst, mageres Fleisch, magerer Fisch



    ausgewogen nach individueller Verträglichkeit
    Zöliakie
  • streng glutenfrei
    auf Kontamination achten
    bei Diagnosefeststellung Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D, Eisen häufig erniedrigt
  • Histaminintoleranz
  • auf individuelle Verträglichkeit testen
  • Histaminreich: Sauerkraut, Wurstwaren, geräuchertes Fleisch, geräucherter Fisch, Alkohol (v.a. Rotwein), lang gereifter Käse, Tomaten /Tomatenmark, fermentierte Produkte
    Histaminliberatoren: Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Meeresfrüchte, reife Bananen, Walnüsse, Haselnüsse, Champignons, Schokolade
    Fruktoseintoleranz
  • individuelle Toleranzgrenze beachten
  • Fruktosereich: Trauben, Feigen, Mango, Birnen, Trockenfrüchte
    Vorsicht bei Sorbit (kann Fruktoseaufnahme hemmen).