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Dauermedikamente und mögliche Nährstoffmängel
Das Ziel dieses Leitfadens ist es, den Körper durch eine gezielte, ausgewogene Ernährung und eine ärztlich abgestimmte Supplementierung bei der Langzeiteinnahme zu unterstützen.
Beispiele möglicher Nährstoffmängel
Ob und wie stark ein Mangel entsteht, hängt unter anderem von Dosierung und Einnahmedauer ab.
Kortison
Vitamin D, Vitamin K, Calcium, Kalium, Magnesium und Zink.
Protonenpumpenhemmer (wie Pantoprazol, Omeprazol)
Vitamin B12, Magnesium, Calcium, Eisen und Zink.
Metformin
Vitamin B12, Vitamin D, Folsäure und Magnesium.
Statine (wie Simvastatin, Pravastatin, Atorvastatin)
Coenzym Q10, Selen, Vitamin D und Vitamin K2.
Diuretika (wie Furosemid, Torasemid)
Durch die erhöhte Harnausscheidung werden vermehrt Vitamin B1, Kalium, Magnesium, Natrium und Zink ausgespült.
Orale Kontrazeptiva
Vitamin B2, B6 und B12, Vitamin C, Folsäure, Magnesium, Zink und Selen.
Antidepressiva (wie Citalopram, Sertralin)
Vitamin B6 und B12, Vitamin D und Magnesium.
Antiepileptika (wie Carbamazepin, Valproat)
Vitamin D, Vitamin B2 und B6, Calcium und Folsäure.
Blutdruckmittel (wie Candesartan)
Zink, Magnesium und Vitamin D.
Parkinsonmittel (wie L-Dopa)
Vitamin B6 und B12, Vitamin C, Vitamin D, Folsäure und Glutathion.
Ibuprofen bei Langzeiteinnahme
Folsäure, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin D, Glutathion, Eisen und Magnesium.
Paracetamol bei Langzeiteinnahme
Glutathion.
Kurzer Ernährungsleitfaden nach Krankheitsbild
Unterstützung der Nierenfunktion
Kalium-, Phosphat- und Kochsalzzufuhr exakt an die aktuellen Laborwerte und das Krankheitsstadium anpassen.
Eiweiß: Die Eiweißmenge individuell zuteilen, etwa zwei Drittel pflanzlich und ein Drittel tierisch. Bei einer Dialyse besteht ein erhöhter Bedarf.
Trinkmenge: Strikt an die ärztlich verordnete Flüssigkeitsmenge halten.
Kalium-Fallen: Bei Bedarf kaliumreiche Lebensmittel reduzieren, etwa Gemüse- und Obstsaftkonzentrate, Kartoffelfertigprodukte, Bananen, Spinat, Hülsenfrüchte, Nüsse, Avocados, grünes Blattgemüse, Tomaten und Trockenobst.
Phosphat-Fallen: Künstliche Phosphatzusätze meiden. Diese stecken vor allem in stark verarbeiteten Lebensmitteln, Fertiggerichten, Fast Food, Schmelzkäse und Softdrinks.
Nierensteine: Bei bestehenden Calciumoxalatsteinen oxalsäurereiche Lebensmittel reduzieren, etwa Spinat, Mangold, Rote Bete, Rhabarber, Weizenkleie, Süßkartoffeln und Mandeln.
Entzündliche Darmbeschwerden und Reizdarm
Akutphase im Schub: Ballaststoffarme, leicht verdauliche Kost. Bei Bedarf laktosearm essen und auf eine ausreichende Eiweißzufuhr achten. Gute Optionen sind Reis, Kartoffeln ohne Schale, Hafer (bei Bedarf glutenfrei), gedünstetes Gemüse, mildes Obst sowie mageres Fleisch oder Fisch.
Remission nach dem Schub: Medizinische Leitlinien empfehlen gemahlene Flohsamenschalen zur Unterstützung der beschwerdefreien Phase bei Colitis ulcerosa. Dazu immer ausreichend trinken.
Zöliakie
Strikt und lebenslang glutenfrei ernähren und dabei penibel auf Kreuzkontamination in der Küche achten. Nach der Diagnose gezielt Werte wie Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D und Eisen kontrollieren lassen, da diese durch die geschädigte Darmschleimhaut häufig erniedrigt sind.
Histaminintoleranz
Die individuelle Toleranzgrenze vorsichtig austesten. Histaminreiche Lebensmittel und sogenannte Histaminliberatoren meiden oder reduzieren. Dazu gehören Sauerkraut, Wurstwaren, geräuchertes Fleisch und geräucherter Fisch, Alkohol und besonders Rotwein, lang gereifter Käse, Tomaten und Tomatenmark, fermentierte Produkte, Walnüsse, Haselnüsse, Champignons, Erdbeeren, Zitrusfrüchte, Meeresfrüchte, reife Bananen und Schokolade.
Fruktoseintoleranz
Die persönliche Verträglichkeitsgrenze beachten und fruktosereiche Lebensmittel wie Weintrauben, Feigen, Mangos, Birnen und Trockenfrüchte reduzieren.